Über Bachelorarbeiten

Die Bachelorarbeit, auch Bachelor-Thesis genannt, ist ein international anerkannter Hochschulabschluss für den Bachelor-Studiengang in Form einer schriftlichen wissenschaftlichen Abschlussarbeit.
Als Studienabschlussarbeit ist die Bachelorarbeit im europäischen Hochschulsystem sowie im anglo-amerikanischen Raum die finale Modul-Prüfungsleistung für das grundständige Bachelorstudium. Studierende weisen mit ihren Bachelorarbeiten die Befähigung zum eigenständigen und wissenschaftlichen Anwenden der erlernten Studieninhalte nach. Ein eigenständiger Forschungsbeitrag ist nicht obligatorischer Bestandteil der Bachelorarbeit.

Unabhängig von teilweise abweichenden Anforderungsprofilen für die Form der Bachelorarbeit sind länderübergreifende Strukturvorgaben für diese Prüfungsleistung ein Kennzeichen innerhalb des europäischen Hochschulraums. So hat der Bachelor-Abschluss in Österreich seit 2007 den traditionellen Bakkalaureus abgelöst. Fakultäts- und Hochschulabhängig ist, ob neben der schriftlichen Bachelorarbeit auch eine mündliche Prüfung Bestandteil der Abschlussprüfung ist, die mit dem Erwerb des ersten akademischen Hochschulgrad Bachelor abschließt. Bis zu 20 Prozent fließt die Note der Bachelor Thesis in das Prädikat für das gesamte Bachelorstudium ein. Um eine gute Benotung zu erreichen, engagieren daher einige Studenten zur Hilfestellung bei ihren Bacheloarbeiten Ghostwriter, Lektoren oder Coaches.

Zu den Voraussetzungen für das Gelingen der Bachelorarbeit zählt die frühzeitige und methodische Themenfestlegung, die Wahl eines geeigneten Fachbetreuers (Dozenten und Gutachter), eine sorgfältige Recherche von Literatur und weiteren Informationen und die Erfüllung der formalen Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens.

Bachelorarbeit als Prüfungsleistung. Die Bachelor-Titel

Mit der Internationalisierung der Studienabschlüsse im Zuge der Bologna-Studienreform sind innerhalb des Europäischen Hochschulraumes auch für den Studienabschluss im grundständigen Studium (Bachelor) neue Vorgaben geschaffen worden.
Nach einer Regelstudienzeit von sechs bis acht Fachsemestern Jahren übernimmt die Bachelorarbeit als Teil der Hochschulprüfung international die Funktion des akademischen Abschlusses für den Bachelor-Studiengang. Als solche ist sie entweder letzte oder vorletzte Prüfungsleistung (Modulleistung) vor der mündlichen Abschlussprüfung. Sie führt international zum Erwerb des akademischen Grads Bachelor und stellt den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss dar. Mit diesem ist gleichzeitig die Qualifikation für ein anschließendes Master-Studium erreicht.
 
Das Bachelor-Studium kann je nach Studiengang in einem von insgesamt acht Bachelor-Graden abgeschlossen werden. Neben dem bekanntesten Bachelor of Arts (B.A.) als Abschluss in den Geistes- und Kulturwissenschaften sowie den Wirtschaftswissenschaften sind der Bachelor of Science (B.Sc.) in den Naturwissenschaften und der Medizin sowie der Bachelor of Education (B. Ed.) für den Lehramtsstudiengang die häufigsten internationalen Grade des Bachelor-Titels.

ECTS-Punktsystem – Umfangsanforderungen – Zeitvorgaben

Die im Bologna-Reformprozess beschlossene Vereinheitlichung der Studienabschlüsse sieht für die Bachelorarbeit obligatorisch eine ECTS-Mindestpunktzahl zwischen 6 und 12 ECTS-Credits (Leistungspunkte) vor.
Dieser vorgesehene Bearbeitungsumfang entspricht in der Regel einem Seitenumfang zwischen 20 und 60 Seiten und einem zeitlichen Arbeitsaufwand von 180 bis 360 Stunden (etwa sechs Monaten) für die Anfertigung der Bachelorarbeit.
Inhaltsverzeichnis, Gliederungen und wissenschaftlicher Apparat (Literaturverzeich-nis, Abbildungsnachweise, Materialdokumentation bei empirischen Arbeiten) sind in dieser Umfangsvorgabe inbegriffen.
Trotz der vereinheitlichenden Regelungspraxis sind die detaillierten formalen Anforderungen an die schriftliche Abschlussarbeit von den einzelnen Hochschulen unterschiedlich geregelt. Je nach Hochschule, Fakultät oder Lehrstuhl sichern in Deutschland, in Österreich und der Schweiz entsprechende Leitfäden und Ratgeber für das wissenschaftliche Verfassen von Bachelor-Abschlussarbeiten die Vergleichbarkeit der in dieser Prüfungsleistung erbrachten Untersuchungs- und Forschungsleistungen.
Die Bearbeitungszeit beginnt mit der Anmeldung der Bachelorarbeit beim zuständigen Prüfungsamt und fällt mit der verbindlichen Annahme mindestens eines betreuenden Hochschullehrers zusammen. Fristverlängerungen über die offizielle Bearbeitungszeit hinaus bedürfen grundsätzlich der individuellen Begründung und setzen die Zustimmung des betreuenden Dozenten (Erstgutachter) voraus.
International sind unterschiedliche Bachelor-Varianten zu beachten.

Gliederung der Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit hat als wissenschaftliche Facharbeit in Inhalt und Form die Kriterien der guten wissenschaftlichen Praxis zu erfüllen. Für die Anlage der Arbeit sind hochschulübergreifend folgende Regelungen obligatorisch:

Gliederungsteil 1:

  • Deckblatt
  • Abstract
  • Inhaltsverzeichnis

Textteil:

  • Einleitung
  • Stand der Forschung
  • Untersuchungshypothesen
  • Material und Methodik
  • Hauptteil mit Kapitelfolgen
  • Schlussteil
  • Zusammenfassung der Ergebnisse

Gliederungsteil 2:

  • Literaturverzeichnis
  • Anhang und Verzeichnisse (Abbildungen, Bildnachweise, Glossar, Grafiken u.a.)

Die Bachelorarbeit muss eine handschriftlich unterzeichnete eidesstattliche Erklärung über die Selbstständigkeit der wissenschaftlichen Arbeit und die Eigenständigkeit der wissenschaftlichen Untersuchungsleistung (Plagiatsfreiheit) enthalten.

Wissenschaftliche Qualitätskriterien

Der von der Kultusministerkonferenz festgelegte Qualifikationsrahmen für wissenschaftliche Abschlüsse definiert für die Bachelorarbeit, dass durch diese die Befähigung nachgewiesen werden soll, „innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus dem jeweiligen Fach selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.“
Der Kandidat hat zu zeigen, wie er unter Anwendung fachspezifischer Methodik und mit Bezug auf die einschlägigen Forschungskontexte eine Problemstellung in einem definierten zeitlichen Rahmen wissenschaftlich zu bearbeiten in der Lage ist.

Für die Profilierung der Fragestellung sollte der Kandidat die Ergebnisse der Konsultation mit dem persönlichen Betreuer aufgreifen und verwerten. Neben dem Untersuchungsschwerpunkt der Arbeit sollte in Abstimmung mit dem Betreuer auch die zu verwendende Methodik der Untersuchung festgelegt werden. Ebenso empfehlenswert ist die gewissenhafte Berücksichtigung der formalen Vorgaben (Stylesheet, Formatvorlagen, Formblätter etc.), wie sie die entsprechenden Fakultäten bzw. Fachbereiche ausgeben.

Der Bachelor der Fachhochschulen. Übergang zum Master

Grundsätzlich wird der Bachelor-Studiengang an Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen) angeboten. Zwar gibt es im europäischen Raum noch keine eindeutige Gleichstellung der Abschlüsse von Uni und FH. Der Bachelor der Fachhochschulen ist aber nicht nur der erste berufsqualifizierende Hochschulabschluss. Abhängig vom FH-Typ kann er auch zur Aufnahme eines Masterstudiengangs an einer Universität berechtigen.
Je nach Prüfungsordnung der jeweiligen öffentlichen oder privaten Hochschule kann ein konsekutiver Master den Bachelorstudiengang fachlich fortführen und vertiefen oder – mit dem sogenannten weiterbildenden Master – auch fachübergreifend erweitern. Mit diesem weiterbildenden Masterstudiengang wird Studierenden mit dem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss (Bachelor) die Möglichkeit zur qualifizierten Berufserfahrung auf Hochschulniveau gegeben. Über die Aufnahmebedingungen entscheiden das Hochschulprofil, die Art der beabsichtigten Studiengang-Kombination und häufig auch die Regelungen der Auswahl durch die jeweilige Hochschule.